Phytotherapie

Phytotherapie ist die Lehre von der therapeutischen Nutzung der Arzneipflanzen.

Dieser ursprüngliche Weg mit Pflanzen zu heilen, gehört zu den ältesten medizinischen Therapien und ist auf allen Kontinenten und in allen Kulturen beheimatet. Jahrhunderte lang waren die Pflanzen (griech. Phytón = Gewächs) nahezu die einzigen Heilmittel und die ersten Grundstoffe zur Herstellung von Arzneien.
Die Verwendung von Heilpflanzen ist bis ins 17. Jahrhundert vor Chr. durch Aufzeichnungen belegt. Der erste Anbau von Heilpflanzen ist im 6. Jahrhundert vor Chr. aus Indien und China bekannt.
Die erste gültige Arzneimittellehre mit 600 beschriebenen Heilpflanzen verfasste Dioskurides bereits um 100 n. Chr. in seinem fünfbändigen Skript „Materia medica“, welches bis ins 16. Jahrhundert das Standardwerk der Medizin darstellte.

Der Begriff Phytotherapie wurde von dem französischen Arzt Henri Leclerc(1870-1955) begründet. Er bezeichnete damit die Wissenschaft von der Behandlung und Vorbeugung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen mit Pflanzen, deren Auszügen oder natürlichen Produkten.

Der wissenschaftliche Nachweis über die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der Phytopharmaka ist die Aufgabe der Kommission E für Deutschland, sowie der ESCOP für Europa und die WHO weltweit.
Die Aufgabe dieser Organistationen besteht darin, arzneipflanzliche Monographien zu erstellen, um dem zunehmenden weltweiten Interesse an pflanzlichen Arzneien Rechnung zu tragen.